Aus der Geschichte der FF Nienstedten
Am 5. August 1886 wurde auf Veranlassung der Landesbrandkasse durch einige Einwohner der Gemeinde Nienstedten der Aufruf zur Gründung der
Freiwilligen Feuerwehr erlassen,
welcher wie folgt aussah.
| C. H. Schnepel | H. Martens | J. Ellerbrock |
| J. Breckwoldt | Th. Beers | C. Kark |
| W. B. Möller | H. Cords |
Zuvor bestand der Brandschutz im Ort aus einer Art Brandwehr, die nur im Ernstfall zusammenlief und versuchte, die Brandstelle so gut wie möglich zu schützen. Zu dieser Zeit musste jeder Hausbesitzer ein Feuerlöschgerät in Form eines Eimers im Hause vorhalten. Mit diesen Eimern, die von einem Feuerlöschteich aus von Hand zu Hand bis zum Feuer weitergereicht wurden, versuchte man, den Brand zu bekämpfen. Dies geschah jedoch meistens ohne großen Erfolg.
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Schon recht früh erhielt die Gemeinde ein "modernes"
Löschgerät, als um 1850 ein vermögender Villenbesitzer von der Elbchaussee
eine Handdruckpumpe (Foto) als Löschgerät stiftete. Der Kaufmann John
Parish wurde somit zum ersten Förderer des Brandschutzes in Nienstedten. Die
Handdruckpumpe wurde mit den Löscheimern befüllt
und konnte die Löscherfolge deutlich verbessern. Im Jahre 1883 beschloss
die Gemeinde den Bau eines Spritzenhauses in der Schulstraße (heute:
Schulkamp), und zwei Jahre vor der eigentlichen Gründung der heutigen Wehr
wurde das neue Spritzenhaus eingeweiht (späteres Foto unten - Das
Spritzenhaus im Jahre 1961). Die Gemeinde stellte zusätzlich 400 RM zur Verfügung, um das erforderliche Gerät zu beschaffen. |
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Das erste Ausrücken zu einem Ernstfall erfolgte erst knapp zwei Jahre nach Gründung der Wehr am 16.06.1888. Es handelte sich um ein Feuer in Teufelsbrück - die Wehr war nach zwei Stunden mit den Löscharbeiten fertig. 1902 wurde mit der Beschaffung eines von Pferden gezogenen Feuerwehrfahrzeugs ein weiterer großer Fortschritt erzielt. Mit diesem Fahrzeug war es möglich, die Geräte und die Einsatzkräfte unterzubringen. Die bis dahin per Hand gezogenen Schlauchkarren wurden daraufhin abgeschafft, und die Männer kamen nicht mehr völlig außer Atem an der Einsatzstelle an. |
| Jedoch stellte die Bereitstellung der Pferde - besonders bei Nacht - eine gewisse Schwierigkeit dar. 1914 mussten 14 Kameraden in den ersten Weltkrieg, und ein Fortbestehen der Wehr war nur dadurch möglich, dass sich weitere Bewohner des Dorfes dem verbliebenen Rest anschlossen. 1927 war für die Feuerwehr ein bedeutsames Jahr, da durch die Eingemeindung der Ortschaften in ein Groß Altona eine Umformung der Befehlsgewalt erfolgte. Mit dieser Eingemeindung kam auch die Motorisierung nach Nienstedten. Ein ausgedienter Überfallwagen der Polizei wurde von der Wehr hergerichtet und das erste motorisierte Fahrzeug (Foto). |
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Am 28.06.1936 feierte die Freiwillige Feuerwehr Nienstedten ihr 50-jähriges
Bestehen (Foto). 1938 kam durch das Groß-Hamburg-Gesetz Altona - und somit auch unsere Feuerwehr - zu Hamburg. In dieser Zeit wurde ein Mercedes LF 8 mit Tragkraftspritzenanhänger unser zweites Fahrzeug. Im zweiten Weltkrieg wurde der Großteil der Einsatzabteilung eingezogen. Durch Ergänzung aus den Reihen der Altersabteilung wurde ein notdürftiger Brandschutz aufrecht erhalten. 1964 wurde das LF 8 nach 28 Jahren ausgemustert und durch ein gebrauchtes LF 15 ersetzt, das erst nach einigen Umbauarbeiten in die Remise des Feuerwehrhauses passte. |
1968 kam dann noch ein Schlauchboot hinzu, das schon wenige Jahre später ausgemustert werden musste. Im Juli ging bei einer Einsatzfahrt der Motor des Löschfahrzeugs kaputt, und die Wehr erhielt einen Unimog (VLF) und einen VW Bus (KLF). Am 27.01.1966 kam bei einer Informationsveranstaltung zur Sprache, dass die bisherige Wache nach dem neuen Bebauungsplan auf der Abrissliste stand. Nach vielen Bemühungen und mit Hilfe des Bürgervereins konnten wir am 27.06.1974 das Richtfest im neuen Gerätehaus feiern. Am 22.02.1975 war dann die Einweihung des Neubaus, der heute noch unsere Feuerwehr beherbergt. |
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Kurze Zeit später erhielt die Freiwillige
Feuerwehr Nienstedten ein neues Mercedes LF 16. 1976 wurden aufgrund von Beschwerden aus der Bevölkerung die Sirenen in Hamburg abgeschafft. Seitdem wird die sog. "stille Alarmierung" genutzt, um die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr zu rufen. Das ist für die Anwohner zwar wesentlich ruhiger, für die Feuerwehr jedoch nicht immer von Vorteil. Vom 11. bis zum 14. September 1986 feierte die Freiwillige Feuerwehr Nienstedten ihr 100-jähriges Jubiläum. |
| Knapp sieben Jahre nach der Jubiläumsfeier gründeten die
Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Nienstedten den "Förderverein der
Freiwilligen Feuerwehr Nienstedten e.V.", der im Rahmen seiner als
gemeinnützig anerkannten Satzung unabhängig von staatlichen Stellen handeln
kann - siehe auch Förderverein.
Im April 2002 erhielten wir das lang ersehnte neue Löschfahrzeug, das den aktuellen Bedürfnissen der Feuerwehrarbeit gerecht wird - siehe auch Fahrzeuge. |
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Ebenfalls im Jahr 2002 gründete die Freiwillige
Feuerwehr Nienstedten die Jugendfeuerwehr Nienstedten, die nunmehr aktive Jugendarbeit im
Stadtteil Nienstedten leistet - siehe auch Jugendfeuerwehr.
Mit dem Tag der offenen Tür 2002 wurde unsere Feuerwehr die "kuhlste" Feuerwehr im Hamburger Westen. Denn seitdem rutscht bei uns die mittlerweile berühmte Feuerwehrkuh zum Einsatz - nicht nur Bild, MOPO und Hamburger Abendblatt berichteten von dem 90 KG schweren Maskottchen der Nienstedtener. |
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2004 entwickelte sich zu einem
der spannendsten Jahre der Freiwilligen Feuerwehren in Hamburg. Eine
Strukturanalyse sollte über Erhalt oder Schließung zahlreicher Standorte
entscheiden. Unterschriftenaktionen und die Begutachtung der
Feuerwehrarbeit ergaben allerdings, dass die Schließung auch nur
einzelner Freiwilliger Feuerwehren mit den Standards der Stadt nicht
vereinbar ist. |
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Am Donnerstag, dem 17. Februar 2005 wurde der Freiwilligen Feuerwehr
Nienstedten ein neues LF 16 KatS übergeben. Dieses Fahrzeug löst das
1985 in Dienst gestellte LF 16 TH ab, das am 15. Februar abgegeben wurde.
Die Freude über das neue Fahrzeug und die somit
abgeschlossene Verjüngung des Fuhrparks samt Anpassung der technischen
Ausrüstung an das aktuelle Einsatzgeschehen ist natürlich groß! |
| Einen Höhepunkt gab es am 8. Februar 2008 zu feiern. Das vom Förderverein angeschaffte Boot wurde von Marisa Dau, der jüngsten Anwärterin bei der Jugendfeuerwehr, auf den Namen „Fortuna“ getauft. Seit vor etwa 30 Jahren bei der Feuerwehr die ersten motorgetriebenen Kleinboote eingesetzt wurden, hat sich die Freiwillige Feuerwehr Nienstedten erfolglos um eine Stationierung in Teufelsbrück bemüht. Das private Engagement Nienstedtener Bürger hat nun dazu geführt, dass unsere Einsatztätigkeit nun endlich auch auf das Wasser ausgedehnt werden kann – siehe auch Boot. | |